Aufführung 2010
Das Stück
Arsen und Spitzenhäubchen
Komödie von Josef Kesselring
Im März 2010 stand die Komödie "Arsen und Spitzenhäubchen" auf dem Spielplan.
Martha und Abby Brewster sind zwei liebenswerte, ältere Damen, deren liebste Beschäftigung die Fürsorge für andere ist.
Keiner wird an ihrer Türe abgewiesen, manche bleiben für immer. Davon, dass sie keinem Menschen ein Haar krümmen können, ist auch ihr Neffe Mortimer fest überzeugt - jedenfalls so lange, bis er am Tag seiner Verlobung mit Elaine im Haus seiner Tanten eine Leiche entdeckt !! Und das ist erst der Anfang ...
Personen und deren Darsteller
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Abby Brewster Martha Brewster Teddy Brewster Mortimer Brewster Jonathan Brewster Dr. Einstein Elaine Harper Dr. Harper Brophy Mr. Gibbs Leutnant Rooney O'Hara Mr. Witherspoon Regie Souffleuse Maske Technik Bühnenbild |
Magdalena Dannhart Conny Scheifele Hans Hampp Rupert Dannhart Werner Wallner Tobias Dannhart Steffi Götzfried Gerhard Reichle Florian Baum Gerhard Reichle Gabi Hornich Markus Kugelmann Gerhard Reichle Dr. Christian K. Jungmaier Margit Hampp Jochen + Ingrid Dannhart Peter Ruf + Martin Reichle Das Team |
Presse
Galoppierender Wahnsinn und schwarzer Humor
von eva-maria frieder
(Mindelheimer Zeitung vom 22.03.2010)
Kirchheim Zwei reizende alte Damen, die scheinbar keiner Fliege etwas zu Leide tun können, aber ihre Untermieter gewohnheitsmäßig mit Gift ins Jenseits schicken - ein geisteskranker Neffe, der sich für Theodore Roosevelt hält und im Keller Gräber aushebt, dabei aber am Panamakanal zu graben glaubt - ein anderer Neffe, der aussieht wie Frankenstein und genauso viel Dreck am Stecken hat wie seine Tantchen - und ein dritter, der ahnungslos mitten in diese Abgründe hinein stolpert ...
Wem diese Story bekannt vorkommt, der hat wahrscheinlich den Film „Arsen und Spitzenhäubchen“ von 1944 mit Cary Grant gesehen.
Der Theaterverein Harmonie aus Kirchheim hat sich heuer an die Ins-zenierung des Klassikers von Joseph Kesselring gewagt. In der Fassung als Theaterstück lief die schwarzhumorige Krimikomödie 1444 Mal am Broadway und wurde später als Film zur Legende.
Die Kirchheimer Laienspieler sind bekannt dafür, dass sie sich nicht mit anspruchslosen Bauernschwänken begnügen, sondern die Messlatte gerne ein Stück höher legen. Weil sie mit Dr. Christian K. Jungmaier einen ehrgeizigen Profi als Spielleiter haben und ihr Ensemble mit einigen ausgesprochenen Talenten gesegnet ist, können sie sich das durchaus leisten.
Pointierte Dialoge und differenzierte Charaktere
Dennoch stellt „Arsen und Spitzenhäubchen“ das Team vor besondere Herausforderungen, besticht es doch nicht (wie die Stücke davor) vor allem durch turbulente Slapstickszenen, sondern bezieht seinen Reiz aus den pointierten Dialogen und der Kunst der Schauspieler, die Charaktere heraus zu arbeiten.
Dass die Kirchheimer das Stück mit Bravour über die Bühne bringen, ist eine echte Leistung und bekam bei der Premiere verdienten Applaus.
Zu verdanken ist der Erfolg der gekonnten Spielleitung und den Spielern ebenso wie den reizenden Kostümen aus dem Ursberger Fundus. Nicht zu vergessen die Maskenbildner Jochen und Ingrid Dannhart, die extrem gefordert sind und Großartiges leisten.
Gut täte der Inszenierung allerdings eine stärkere Straffung, ohne dass die Handlung darunter leiden würde, eher im Gegenteil; dreieinhalb Stunden überfordern das Publikum. Auch könnte man darüber streiten, ob es wirklich nötig ist, die Tanten mit so stark erhöhten Piepsstimmchen sprechen zu lassen; teilweise leidet darunter die Verständlichkeit.
Aber das sind Einwände am Rande. Insgesamt ist die Aufführung ein Knaller. Dafür sorgen, allen voran, die hinreißenden Damen Abby (Magdalena Dannhart) und Martha (Conny Scheifele) sowie die herrlich verrückten Neffen Teddy (Hans Hampp) und Jonathan (Werner Wallner).
Auch die Übrigen gehen ganz in ihren Rollen auf: Rupert Dannhart (Mortimer), Gerhard Reichle, der gleich in die Haut von drei Nebenrollen schlüpft, Tobias Dannhart (Dr. Einstein) und Gabi Hornich. Auch die Neuen im Team - Steffi Götzfried, Florian Baum, Markus Kugelmann - machen ihre Sache respektabel.
Eine Kirchheimer Besonderheit sind die Theatermusiker, die die Pausen mit Akkordeon, Flöte, Klarinette und Gitarren verkürzen und die man nicht missen möchte.
Bilder






















