Geschichte
Die Chronik unseres Vereins
Theater wird in Kirchheim schon lange gespielt. So ergeben sich erste Hinweise schon im 18. Jahrhundert, als Dominikanerpatres Anleitungen in der Kunst des Theaterspieles gaben. Ab 1852 ist ein "Thalia-Verein" nachweisbar, der bis zum Beginn des 1. Weltkrieges aktiv war und sich im Jahr 1919 auflöste.
In der Folge wurde das Theaterspiel vom Josefsverein und später vom Turnverein gepflegt, ehe der Ausbruch des 2. Weltkrieges diese Aktivitäten beendete.
Im Jahr 1946 wurde dann unser Theaterverein gegründet, dessen alleiniger Vereinszweck die "Pflege des Laienspiels" ist. Initiator der "Harmonie" war der Buchdruckereibesitzer Josef Räuschle, der den Verein bis 1973 als Vorstand leitete.
Bereits im Gründungsjahr 1946 wurde ein Stück einstudiert, und zwar "Der Amerika-Seppl". Zu dieser Zeit mussten die Veranstaltungen noch von der amerikanischen Militärregierung genehmigt werden. Wegen der Befürchtung von anti amerikanischen Passagen wurde die Aufführung verboten. Die Verantwortlichen der Harmonie tauften das Stück daher kurzer hand um in "Die falsche Hauserin" und konnten daraufhin ohne Bedenken und Einwendungen Premiere feiern.
m Jahre 1947 kam der Malermeister Ernst Striebel aus franz. Kriegsgefangenschaft zurück und wurde zum Spielleiter berufen. Unter seiner Regie wurden große Bühnenstücke mit Gesang (u.a. "Der Freischütz" (1948), "Die Mühle im Schwarzwald" (1949) und "Die G'schicht von Brandner Kasper" (1955) aufgeführt. Voraussetzung dafür war das "vereinseigene" Orchester unter der Leitung von Robert Bartsch. Die Theaterkapelle bereichert die jeweiligen Aufführungen mit passender Zwischenmusik und ist auch bei sonstigen vereinsinternen Anlässen aktiv.
Im Jahr 1963 übernahm Louis Gerhartinger das Amt des Spielleiters und nahm vorwiegend oberbayerische Dialektstücke wie z.B. "Die drei Eisbären" in das Repertoire. Im Jahr 1973 gab es sowohl beim Vorstand als auch in der Spielleitung einen Wechsel. Dabei übernahm Josef Räuschle jun. das Amt des Vorstandes von seinem Vater und Ernst Striebel jun. zeichnete von 1973 bis 1997 für die Regie verantwortlich und brachte wiederholt Stücke im schwäbischen Dialekt ("d' Sonthoimer Naudlastupfer" - 1974, "So a Glückstag" - 1975, "Jösses, dr Hergott isch g'stohle" - 1981) sowie auch Stücke von Moliere und Nestroy, die ins Schwäbische übertragen waren, (D'r Weahleider - 1985, A Jux mit Folga - 1993, Lumpazivagabundus - 1996 anläßlich des 50-jährigen Vereinsjubiläums), auf die Bühne.
In den Jahren 1980 und 1982 wurden auf unserer Bühne mit den Stücken "Einquartierung" und "Hasta la vista" Uraufführungen inszeniert, die aus der Feder unseres Mitgliedes Dr. Detlef E. König stammen. In der Folgezeit wurden noch mehrere Stücke des Kirchheimer Autors aufgeführt.
Nachdem Ende der achtziger Jahre Annemarie Ruf übergangs- und aushilfsweise für 2 Jahre die Spielleitung übernommen hatte, fungiert in dieser Funktion seit 1998 Dr. Christian K. Jungmaier. Die Aufführungen finden jeweils im Adlersaal in Kirchheim statt. Nachdem in der Gründerzeit in der Regel zwei Inszenierungen pro Jahr erfolgten, wird seit Mitte der sechziger Jahre jeweils ein Stück aufgeführt.
Leider hatten wir infolge der Schließung der "Adlerwirtschaft" im Jahr 2002 keine Möglichkeit für eine Bühnenaufführung, konnten jedoch bereits im Jahre 2003 wieder auf die "Bretter, die die Welt bedeuten" zurückkehren.
Im Jahre 2010 übernahm Werner Wallner die Spielleitung, die Proben für das Stück "Der nackte Wahnsinn" waren in vollem Gange und das Bühnenbild bereits fertiggestellt, als wiederum ein Wirtewechsel eine Aufführung in der Fastenzeit 2011 verhinderte.

